Umstieg auf den Signal-Messenger

Schon seit 2018 hadere ich mich damit, mit weiter von den Diensten des sozialen Netzwerks Facebook zu distanzieren. Darunter fallen Dienste wie Facebook selbst, der Messenger von Facebook, WhatsApp und Instagram.

Weg von Facebook

Ein Arbeitskollege (super Typ nebenbei) brachte mich damals auf folgenden Artikel von Netzpolitik: Die ultimative Liste: So viele Datenskandale gab es 2018 bei Facebook

Dies gab mir schon zu denken. Wie kann ein so großes Unternehmen so fahrlässig mit meinen Daten umgehen? Nach einem längeren Austausch mit meinen Arbeitskollegen beschlossen wir unsere Facebook Accounts zu löschen. Gesagt, getan. Schnell noch alle Daten exportiert (der neuen EU-Regelung sei Dank) und Tschüss Facebook 👋.

Nach nun über einem Jahr vermisse ich den Dienst nicht mehr. Hin und wieder frage ich jedoch bei Freunden nach, wie es Facebook läuft. Die Antworten sind recht gleich: Viele nutzen Facebook nur noch, um über Veranstaltungen informiert zu werden. Eine wirkliche soziale Interaktion gibt es kaum noch. Klar, der Facebook-Algorithmus sorgt sicher dafür, dass viele Neuigkeiten von Freunden untergehen und durch Fan-Page-Beiträge ersetzt werden. Das ist nur eine Vermutung von mir 🤷‍♂️

Der Anstoß zum Wechsel

Was mir den Anstoß zum Wechsel gab, war nicht nur die Wahrung der Privatsphäre meines Nachrichteninhalts. Es waren viel mehr die persönlichen Medien, welche man tag täglich verschickt: Bilder, Videos, Sounddateien. All diese Daten landen auf den Server von Facebook. Ich wollte Herr über meine Daten bleiben, mit dem ruhigen Gewissen, dass diese nach einem gewissen Zeitraum automatisch oder von mir selbst gelöscht werden können.

Oft leben wir im Moment, man teilt ein Bild von einem Konzert, schickt einen Schnappschuss aus dem Urlaub und steht vor dem Regal im Supermarkt und möchte nur seine Liebsten fragen, was man zum Abend essen soll. Warum sollten diese Daten für immer auf irgendeinem einem Server liegen bleiben?!

Warum Signal?

Ich hatte mir natürlich vorher weitere Messenger angeschaut. An Signal war für mich jedoch ausschlaggebend, dass alle Dienste per Open Source zur Verfügung stehen: Signal auf GitHub. Sollte man also jemals zweifeln, ob das stimmt, was die Community sagt, reicht ein schneller Blick in den Quelltext.

Andere überzeugen zu wechseln

Kommunikation über Signal klappt natürlich nur, wenn es genügend Nutzer nutzen. Somit begann ich Ende letzten Jahres Freunde, Verwandte und Bekannte zu überzeugen, zu Signal zu wechseln. Ganz ehrlich: Es ist sehr schwierig jemanden zu überzeugen, einzig und allein mit dem Argument, dass die Kommunikation wirklich sicher ist und Medien-Dateien unter der eigenen Kontrolle bleiben. Oft fielen Anmerkungen wie "Warum soll ich wechseln? WhatsApp nutzen doch alle." oder "Ach, ich habe nichts zu verheimlichen. Was soll Facebook mit meinen Fotos, Videos oder Sprachnachrichten schon anstellen?".

Letztendlich konnte ich den Personenkreis überzeugen, mit dem ich hauptsächlich kommuniziere. Einige waren sogar so begeistert, dass sie ebenfalls weitere Freunde "rekrutierten".

Ein Großteil jedoch verharrt immer noch auf WhatsApp. Das bedeutet: ich werde weiterhin WhatsApp nutzen müssen (Gruppenzwang und so). Auf das Teilen persönlicher Daten verzichte ich jedoch weiterhin. Es bleibt abzuwarten, wie sich WhatsApp verändern wird. Für mich war dies auf jeden Fall ein richtiger Schritt in die richtige Richtung.

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